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| 02.05.2005 Köthen Energie: Runde in Berlin lobt erfolgreiches Zusammengehen mit Mannheimer Unternehmen |
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| Die Entwicklung um die Köthen Energie
GmbH ist ein interessantes Modell für den künftigen Weg kommunaler
Unternehmen in Deutschland. So sahen es die Teilnehmer eines Gesprächs
in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts in Berlin, an dem auch Ministerpräsident
Wolfgang Böhmer (CDU) teilnahm. Dabei ging es unter anderem um "strategische
Aspekte im Zusammenspiel des Mannheimer städtischen Unternehmens
MW Energie und dessen Köthener Tochter Köthen Energie." Moderiert wurde die Runde von Michael Schafer, Chefredakteur der kommunalpolitischen Zeitschrift "Forum neuer Länder". Aus Köthen waren Oberbürgermeister Kurt-Jürgen Zander und der Geschäftsführer der Köthen Energie, Wolfgang Thurau, dabei. Eine wesentlich stärkere Abordnung kam aus Mannheim: Ihr gehörten führende Vertreter von MVV an, darunter Kommunalpolitiker von CDU und SPD, die im MW-Aufsichtsrat sitzen. Der Mannheimer Bürgermeister Christian Specht und der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Dietrich Stobbe, nahmen ebenfalls am Gespräch teil. "Wie kann verhindert werden, dass Stadtwerke von Energieriesen, darunter auch ausländischen, geschluckt werden?" lautete eine der Fragen, in Hinblick auf die anstehende Liberalisierung des Wettbewerbs in der Europäischen Union. Jörg Henning als Halle, Vorsitzender der Landesgruppe Sachsen-Anhalt. halt des Verbandes der kommunalen Unternehmen, unterstrich, dass die Beantwortung diese Frage, auch für die Verbraucher wichtig ist - Stichwort Preise. "Was passieren würde, wenn Private den Energiesektor beherrschen würden, sehen wir gegenwärtig an den Tankstellen", sagte Henning. Eine verstärkte kommunale Kooperation sei ein Weg, um die "Tankstellen-Verhältnisse" im Energiesektor nicht zuzulassen, meinte Dietrich Stobbe, der jetzt als Wirtschaftsberater tätig ist. Dazu zählt Stobbe Netzkooperationen und eignen gemeinsamen Bau kommunaler Stadtwerke. Wolfgang Thurau zog eine positive Bilanz von Köthen Energie, seit das Unternehmen von der Stadt Köthen an die Mannheimer MVV veräußert wurde. "Die PDS hatte einen Stellenabbau prophezeit", sagte er. In Wirklichkeit sei die Zahl der Stellen um zehn Prozent gestiegen. Da die Köthen Energie nun einem Unternehmen in einem anderen Bundesland gehöre, könne sie neue Tätigkeitsfelder erschließen. Als Beispiel nannte Thurau die Erschließung neuer Wohngebiete in Köthen. Nach Sachsen-anhaltischem Kommunalrecht wäre dies nicht möglich gewesen. Wolfgang Böhmer sieht in der rechtlichen Form einer Aktiengesellschaft - wie dies bei MVV als Ausnahme der Fall ist - eine Zukunft für kommunale Unternehmen. Dem Ministerpräsidenten stimmten andere Teilnehmer zu. Eine AG sei flexibler in ihren Entscheidungen und könne sich Geld für Investitionen an der Börse holen. "Wir müssen unser Recht so ändern, dass kommunale Unternehmen eine AG werden dürfen", meinte Böhmer. Die Runde in Berlin hatte einen positiven Nebeneffekt: Sie brachte die anwesenden Vertreter von Köthen und Mannheim einander näher. Christian Specht setzte sich für eine Kooperation der beiden Städte ein. "Wir könnten uns zwei bis drei Mal im Jahr treffen", schlug der Mannheimer Bürgermeister dem OB Kurt-Jürgen Zander vor. Dieser zeigte sich nicht abgeneigt. "Allerdings muss das Substanz haben", sagte er. "Sich einfach gegenseitig zu besuchen, bringt nichts."(Quelle: MZ, Kleschtschow) |
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