Die Geschichte der
Köthener Gasversorgung


1862 - 1938
1939 - 1945
1991 - Heute

1862
Der Köthener Kaufmann und Mitglied des Gemeinderates Köthen, Fernando Lüdicke, gründete das Köthener Gaswerk zum Zweck einer städtischen Gasbeleuchtung.

1863
Im Januar verkauft Fernando Lüdicke sein Konzessionsrecht an die Allgemeine Gas Actien Gesellschaft zu Magdeburg. Durch den Erwerb der Gaswerke Köthen verspricht man sich eine Gewinnsteigerung. Hauptabnehmer sind vor allem die Eisengießerei Dinglinger, die Maschinenfabrik Wagner, die zwei Bahnhöfe der Stadt sowie Zuckerfabriken.

1914
Das Gaswerk Köthen kann bis zum Kriegsbeginn weitere Absatzsteigerungen verbuchen.

Mit dem Ausbruch des 1.Weltkrieges und der damit verbundenen Schließung einiger Köthener Betriebe sowie den ersten Stockungen der Kohlelieferungen aus dem Ruhrgebiet beginnen schwere Jahre für das Gaswerk.

1918 – 1919
Ab November 1918 müssen Gassperrstunden in Köthen eingeführt werden. Für 5 Tage kann die Bevölkerung nicht mit Gas versorgt werden. Das Gaswerk wird am 24. April 1919 vorübergehend geschlossen.

1919 – 1925
Der Einfluss des 1.Weltkrieges ist auch 1918 noch deutlich spürbar. Die Gasproduktion wird durch die schleppende Kohlezufuhr weiterhin stark gehemmt. Die Elektroenergie verdrängt im Bereich der Beleuchtungsanlagen die Gaslaterne.

Im Jahre 1925 werden 2/3 der Stammaktien an die Dessauer Continental-Gas-Gesellschaft verkauft.

1928 – 1938
Mit Ende des Konzessionsvertrages im November 1928 stellt man die Eigenproduktion von Gas ein. Köthen wird an die Überlandeszentrale Dessau angeschlossen. Der auf 10 Jahre abgeschlossene Vertrag endet 1938. Die Stadt Köthen als Hauptaktionär der 1931 gegründeten „Elektrizitätswerke Köthen AG“ plant den Kauf des Köthener Gaswerkes. Es soll ein städtisches Großunternehmen entstehen, welches die gesamte Energieversorgung einschließlich Gas, Wasser und Strom übernehmen soll.

1939 – 1945
Am 1. April 1939 wird mit der Umwandlung der „Elektrizitätswerke Köthen AG“ in das städtische Unternehmen „Stadtwerke Köthen Aktiengesellschaft“ der Grundstein für die bis 1952 bestehende Firma gelegt. Mit dem Ankauf des Gaswerkes können beide Energieversorgungsbetriebe zusammengefasst werden.

Hauptaktionär dieser Gesellschaft ist der Oberbürgermeister Dr. Thielecke. Teile der Köthener Gaswerke fallen zum Ende des Krieges einem Bombenanschlag zum Opfer.

Nach 1945 endet vorübergehend die eigenständige Entwicklung der historisch gewachsenen Stadtwerke, die zentrale Verwaltung der Energieversorgung wird angeordnet.

1991
Neugründung der Stadtwerke Köthen GmbH durch die Stadt Köthen als alleinigem Gesellschafter. Der Auftrag lautet: Erzeugung und Verteilung leitungsgebundener Energie - Strom, Gas und Wasser.

1993
Übernahme der Ortsgasversorgung von der Gasversorgung Sachsen- Anhalt GmbH (GSA heute Mitgas). Umstellung aller Gasgeräte in der Stadt Köthen von Stadt- auf Erdgas.
Das Erdgas- Zeitalter begann.

1994
Zwischen der Stadt Köthen und den Stadtwerken wurde ein 10-jähriger Betriebsführungsvertrag für die Straßenbeleuchtung abgeschlossen.

1995 - 1996
Erweiterung der Gasversorgung auf die Gemeinden Großpaschleben und Großbadegast.

Realisierung des "Rundumsorglospaketes" für die Wohnungsgesellschaft Köthen.

1997
Beginn der Wärmelieferung für die Fachhochschule Anhalt.

1998
Eröffnung eines neuen Service-Centers in der Lelitzer Straße 27 b, einem modernen Demonstrations- und Beratungszentrum für die effektive Anwendung erneuerbarer Energien.

15.04.1999
Der Stadtrat von Köthen beschließt die Stadtwerke Köthen GmbH zu 100% zu privatisieren.

01.08.2000
Die MVV Energie AG ist neuer Eigentümer der Stadtwerke Köthen GmbH und besitzt 100% Gesellschaftsanteile.

11.09.2000
Auf Grund des Beschlusses der Gesellschafterversammlung wurde der Gesellschaftervertrag hinsichtlich der Firma geändert. Die Stadtwerke Köthen GmbH soll unter dem neuen Namen "Köthen Energie GmbH" firmieren.

23.11.2000
Mit der Eintragung in das Handelsregister am 23.11.2000 ist die Namensänderung wirksam geworden.

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